Fehler!

Fehler: Das VisitorStats-Modul ist auf einen Datenbankfehler gestoßen.

W.STURM GesmbH : Glassprossen,
Das Unternehmen Kontakt Suchen Sitemap
W.STURM Ges.m.b.H
A 4614 Marchtrenk | Roseggerstrasse 102
Tel.: **43/*7243/58531-0 | E-Mail:
 
Seite drucken

Glassprossen

EINE SAMMLUNG DER TYPISCHEN EIGENSCHAFTS - FAKTOREN UND TIPS ZUR VERMEIDUNG VON FEHLERN BEI DER ANWENDUNG.

Selbstklebende Sprossen, deren Befestigung durch „Selbstklebebänder“ direkt auf der Glasscheibe erfolgt, bilden eine kostengünstige Alternative zu den sonstigen Möglichkeiten der Erstellung von Sprossenfenstern.
Die Verwendung spezieller Werkstoffe für die Dichtlippen und die witterungsbeständigen Acrylatklebebänder sind die materiellen Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz. Die Einhaltung von Grundregeln und die Beachtung der Werkstoffeigenschaften sind entscheidend für die Lebensdauer des Fensters.

1. Untergrund - Glasvorbereitung/Reinigung.

Die Anforderungen an den Untergrund sind einfach und gleichzeitig komplex:
Sauber, trocken und ohne störende Filme wie Silikone, Tenside, Fette usw. soll das Glas sein. Da der Nachweis von Fremdstoffen auf Oberflächen in der Praxis sehr aufwendig ist, empfiehlt es sich, beeinflußbare Störfaktoren auszuschließen.

Sinnvolle Maßnahmen in diesem Zusammenhang sind:

1.1

Bezug von Glas ohne Nachbehandlung, möglichst aus der Herstellung der Flachglaserzeugung ohne Verschmutzung bearbeitetes (zugeschnittenes) Glas.

1.2

Lagerung des Glases niemals ohne Schutzabdeckung den Einflüssen der Witterung ausgesetzt oder in staubigen Lagerhallen.

1.3

Glas möglichst nicht auf Transportgestellen im Freien lagern, sondern in Werkhallen bei Temperaturen nicht unter 18° C (Zumindest einige Stunden vor Beginn der Sprossenverklebung). Gleiches gilt auch für die Sprossenprofile vor dem Zuschnitt und besonders vor dem Verkleben.

1.4

Die Endbehandlung der Glasflächen vor dem Aufkleben der Sprossen ist mit organischen Lösungsmitteln, die rückstandsfrei verdunsten, vorzunehmen. Zu empfehlen sind bei guter Lösekraft Isopropylalkohol (IPA), Propanol ( C3H8O ) oder Methyl-Ethyl-Keton (MEK) oder spezielle Glas-Haftreiniger.

1.5

Nach der Lösemittelbehandlung mit trockenem „sauberem“ Tuch nachreiben, denn die sehr schnell verdunstenden Lösemittel verbrauchen bei der Verdunstung Wärme aus der Umgebungsluft. Durch diesen Vorgang kann es zur Kondensation von Luftfeuchtigkeit an der Glasoberfläche kommen, die als hauchdünner Wasserfilm die Haftung des Klebebandes verringert oder ganz unterbindet.

1.6

Eine andere sichere Methode der Trocknung ist statt Tuch der Einsatz eines Warmluftgerätes (Föhn) zur Trocknung. Ein Warmluftföhn hat darüber hinaus den Vorteil, daß das Glas ein wenig aufgewärmt wird, wodurch die Anfangshaftung des Klebebandes positiv beeinflußt wird.

2. Zuschnitt der Sprossenprofile - Ermittlung der richtigen Zuschnittlänge

2.1

Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Klebesprossenanwendung ist die Zuschnitt- planung.Die einzelnen Sprossenabschnitte sollten grundsätzlich nach dem Gesichtspunkt der kürzesten möglichen Zuschnittlänge ausgewählt werden.

2.2

Wie alle Werkstoffe reagieren die Bauteile der Kunststoffenster auf Temperaturunter- schiede durch Längenzu- bzw. Längenabnahme, so daß viele Stoßpunkte genutzt werden müssen, um die Dehnungen durch entsprechende Spalteinstellungen aufzunehmen.

Die Längendehnungskoeffizienten für PVC, Stahl und Glas ist bei freier ungehinderter Dehnung :

Formel Längendehnungskoeffizienten

2.3

Somit ist es unumgänglich, an den Stoßstellen einen konstruktiven Luftspalt einzuhalten, der die Wärmedehnung aufnimmt. Ein ebenfalls nicht zu vernachlässigender Faktor ist die bei allen thermoplastischen Kunststoffwerkstoffen,also auch beim Werkstoff PVC vorhandene Eigenschaft des Alterungsschrumpfes . Diese Eigenschaften besitzen sowohl die Sprossen, als auch die Flügelrahmenprofile und sind in Ihrer Größe nur sehr schwer zu bestimmen, da sie abhängig sind von :

  1. Der Molekularstruktur der Profil – Werkstoffe.
  2. Dem Warmformprozeß (Extrusionsprozeß zur Herstellung der Profile)
  3. Den Auslagerungszeiten und Temperaturen während der Lagerung, einschließlich der Temperaturwechselspiele während der Lagerung.

Der Effekt des Alterungsschrumpfes wird beim Flügelrahmen - PROFIL durch die Glasscheibe (bei fachgerechter Verklotzung) behindert und kann sich darum lediglich als Verkürzungs- effekt bei den Sprossenprofilen auswirken. Da sowohl „Just in Time“ Belieferung und Montage, wie unter Umständen eine Lagerdauer von einem Jahr, mit unbekannten Lagertemperatur- wechseln anzutreffen ist bevor die Profile zur Verarbeitung gelangen, ist es sehr schwer einen Richtwert anzugeben, der in eine Berechnung des optimalen Zuschnittmaßes einfließen kann. Der Alterungsschrumpf kann sowohl 0,2 % , als auch 1,8 % im Einzelfall betragen.

Die nachfolgende Beispielrechnung geht davon aus, daß:

A) die Stahlarmierung des Flügelrahmens durch mehrfache Fixierung (Schraubverbindung mit selbstscheidenden Schrauben) erfolgt, so daß die Dehnung des PVC Flügelrahmens effektiv vom Stahl – Dehnungsfaktor bestimmt wird. Üblicherweise stellt sich durch die ständige Wechselwirkung warm/kalt und dem damit verbundenen Dehn- und Schrumpfspannungen im Laufe der Zeit eine Aufweitung der Schraublöcher im PVC – Flügelrahmen ein, die jedoch bei der Berechnung zunächst nicht berücksichtigt werden darf, da Sie erst im Laufe der Zeit entsteht und vom Belastungsgrad der Fenster durch Umweltbedingungen bestimmt wird.

B) die Sprossenprofile hinsichtlich des möglichen Alterungsschrumpfes als völlig abgelagert behandelt werden, und somit dieser Faktor nicht zu berücksichtigen ist. Eine Auswirkung des Alterungsschrumpfes wird in der Praxis ohnehin nur durch sich vergrößernde Stoßfugen im Laufe der Zeit erkennbar werden. Das gefürchtete Ablösen der Sprossen durch Alterung (Verkürzung) als Ursache, wurde praktisch bisher nicht beobachtet.

Berechnungsbeispiel für eine Zuschnittlänge von 1000 mm und einer Temperaturzunahme von 30°C (absolute Temperatur von 50°C, aufgeklebt bei 20° C) . Bei „weißen Fenstern“ ist die Erwärmung auf 50 °C mindestens zu berücksichtigen, wenn sommerliche Sonneneinstrahlung die Sprossen – Fenster erwärmt. Ausgegangen wird bei der folgenden Musterrechnung von der Situation, daß die Sprossenprofile bei ca. 20° C zugeschnitten und verklebt werden.

Berechnungsformel

Die Spaltgestaltung muß den Ansprüchen aus 2,1 mm – 0,36 mm = 1,74 mm mindestens genügen . Verteilt auf beide Stoßfugen ist somit bei 1 Meter ungeteilter Sprossenlänge eine Stoßfuge von 0,87 mm je Seite einzustellen., wenn es nicht zu unkontrollierten Spannungen an der geklebten Sprosse kommen soll. Das Glas kann bei dieser Betrachtung vernachlässigt werden, da die Dehnung praktisch gleich Null zu setzen ist. Für das Acrylat - Klebeband spielt die Dehnung eine ebenfalls bedeutende Rolle, muß doch das Klebeband eine Festigkeit und Elastizität besitzen, die die Dehnbewegungen über Jahre hinweg verkraftet, ohne zu ermüden. Wie die Praxis - Erfahrung gezeigt hat, ist bei den gebräuchlichen Acrylatschaumträger - Klebebändern die Grenze der Belastbarbeit erreicht, wenn der Verschiebeweg nahe an das Dickenmaß (1 mm) kommt.

Klebebanddicke = 1mm Verschiebeweg < 1mm zu jedem Sprossenabschnittende.

Daraus ergibt sich , daß bei 1 mm dicken Klebebändern die Grenze entsprechend der Modellrechnung bei ca. 1,5 m Zuschnittlänge erreicht wird.

2.4

Größerer Dehnungsschub wird von den Vollacrylat - Power - Klebebändern aufge- nommen. Vollacrylatklebebänder erlauben mehr als eine Verdoppelung des Verschiebewertes. Die Anwendung dieser extrem teueren Klebebänder bleibt zwangsläufig auf besondere Fälle beschränkt, denn das Klebeband nimmt zwar mehr als den doppelten Verschiebeweg auf, aber der Dehnspalt wird auch doppelt so groß und damit optisch undiskutabel.

Somit ist die Anwendung nur in Verbindung mit Ausfräsungen von Eintauchtaschen in den Flügelrahmen sinnvoll.

2.5

Auch die Geometrie der Sprossen bestimmt einen Luftspalt, der sich nach der Größe des Flankenwinkels ergibt, denn sonst ist es nicht möglich, die Sprossenabschnitte mit dem erforder- lichen Anpressdruck niederzudrücken. (Die Sprossen sperren sich wie ein zu stumpf geschnittener Keil.) Um z.B. den ausreichenden Anpressdruck bei den üblichen Schaumträger - Klebebändern zu erreichen, müssen die Klebebänder während des Anpressens komprimiert werden. Die Klebebänder mit einem Ausgangsmaß von ca. 1 mm werden dabei um 0,5 mm auf 50% ihres Ausgangsmaßes verdichtet, daß bedeutet, die anzudrückende Sprossse gleitet an der Flanke der Flügelschräge bzw. an der Flanke der bereits verklebten Sprosse entsprechend der

Funktion : Tangens a (Flankenwinkel ) x Komprimierungsweg = Verschiebung
Komprimierung und Querverschiebung

nach unten. Bei 45° Flankenwinkel weicht Sie folglich um entsprechend 0,5 mm zur Seite aus, während sich bei 15° Flankenwinkel lediglich eine Verschiebung um 0,13 mm ergibt.

Das sich aus der Flankenwinkelgeometrie ergebende Spaltmaß bildet bei extrem kurzen Zuschnittlängen das Mindestmaß des einzuhaltenden Luftspaltes. Bei Sprossen mit steilen Flanken Neigungen bis 20 ° spielt dieses Maß keine Rolle, die Sprossen mit 45° Schräge haben jedoch dadurch grundsätzlich einen erforderlichen Luftspalt von 0,5 mm pro Stoß.

2.6

Die zuverlässigste Zuschnittechnik bieten Kreissägen mit Schiebetisch Winkelanschlag und in der Neigung verstellbarem Sägeblatt. Drehzahlen der Sägewelle von 3000 U/min bei Blattdurchmessern über 250 mm sind zu empfehlen. Bei diesen Voraussetzungen werden saubere Trennschnitte durch alle Materialkomponenten der Sprosse erreicht. Hart PVC, weiche Lippe und Klebeband einschließlich Abdeckband werden sauber durchtrennt. (Wenn beim Zuschnitt die Sprosse mit dem Klebeband nach oben angelegt wird, wird vermieden, daß Sägespäne die Klebefläche verunreinigen) Je nach verwendeter Sprossenprofilierung und Stellung der weichen Dichtlippen ist es erforderlich, einen 2. Sägeschnitt im Bereich der Lippen vorzunehmen, damit an den Anschlußpunkten durch die Lippen keine Überlappung entsteht. Diverse Maschinen- ausrüster bieten Sägemaschinen mit zusätzlicher Freischneideeinrichtung an.
Sprossen - Freischnitt

2.7

Aus den vorstehenden Erläuterungen ergibt sich, daß in der Praxis für weiße unifarbene Sprossenprofile durchaus der Merksatz in grob vereinfachter Form für Zuschnittlängen bis 1000 mm angewandt werden kann:

Zuschnittmaß der Sprossenlänge = gemessenes Maß – 0,5 mm/Stoßfuge Beispiel bei Bezugstemperatur von + 20 ° C
Dieser Richtwert wird in der Regel auch von Bauherren und Architekten akzeptiert (Schließlich ist der Spalt bei Frostwetter / - 20 ° C / doppelt so groß)

2.8

Diese Aussage gilt jedoch nicht für Profile mit Oberflächenkaschierungen, deren Farb- gebung besonders geeignet ist, die Wärmeaufnahme deutlich zu steigern. Aufbauend auf die Erfahrungen des weißen PVC – Kunststoffensters wird hier oft übersehen, daß die Dekorfarben (besonders dunkle Farbtöne) die Sonneneinstrahlung besonders schnell aufnehmen und wesentlich höhere Temperaturen annehmen, wodurch größerere Längenänderungen entstehen.

Beispiel aus der Praxis:
Bei einer Sprosse mit der Dekoroberfläche Renolit Nr 612505 tannengrün wurde an einem sonnigen Märztag mit einer Lufttemperatur von 16°C bereits eine Oberflächentemperatur durch Sonneneinstrahlung von 58°C an einer 45 mm breiten Sprosse gemessen.

Es darf also nicht übersehen werden, besonders wenn es um die Kundenvorgabe nach Farbigkeit der Fassade geht, daß die mit Dekorfolie versehenen selbstklebenden Sprossen auf der Wetterseite zusätzlicher Maßnahmen bedürfen. Ausreichend „berechnete“ Dehnspalte oder zusätzliche Ausfräsungen ( Schubtaschen ) in den Flügelrahmen, die ein freies „Dehnen“ der Sprossen in die Hohlräume der Flügelrahmen erlauben , sind geeignete Maßnahmen, wenn die erforderlichen Sprossenlängen eine Dehnung erwarten lassen, die optisch nicht zu vertretende Dehnspalte ergibt. ( Bei Dehntaschen lassen sich natürlich auch große Sprossenlängen realisieren, die allerdings mit Vollacrylatband (POWER – BAND) aufgeklebt werden müssen. Im Innenbereich hingegen erübrigen sich diese zusätzlichen Maßnahmen, weil die Sprossen nur geringen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.

3.0 Verklebungsvorgang

Der Verklebungsvorgang als Abschluß der Sprossenverarbeitung erfordert für das genaue Positionieren die Verwendung von Anlegeschablonen bzw. Anschlagvorrichtungen, die ver- hindern, daß die Sprossen, die Anfangs durch die über das Klebeband vorstehenden Weich- lippen noch keinen Kontakt zur Glasfläche haben, verrutschen.

3.1

Der Arbeitsablauf ist wie folgt: Noch bevor das Verkleben erfolgt, müssen die Sprossen gründlich von Sägespänen befreit werden. Hilfreich sind dabei neben Druckluft – Pistolen zum Abblasen, auch mit Antistatikum getränkte Tücher, mit der die Zuschnitte vor dem Abblasen einmal der Länge nach abgerieben werden, da die dem Werkstoff eigene statische Aufladung, die beim Sägen entsteht, die Säge- späne sonst wie magisch anzieht. Der Klebevorgang sollte möglichst räumlich getrennt vom Zuschnittplatz vorgenommen werden, denn beim Abziehen der Schutzfolie vom Klebeband entsteht erneut statische Aufladung, die wieder Schmutz und Späne anziehen kann.

3.2

Bei kurzen Zuschnittlängen werden üblicherweise die Schutzfolien vor dem Auflegen komplett abgezogen und dann der Abschnitt vorsichtig auf die Klebeposition abgelegt. Bei „langen Zuschnitten“ ist es vorteilhaft, nur ca. 30 cm Schutzfolie abzuziehen und den Rest während des Anpressens fortlaufend zu entfernen. Nach der Prüfung der gleichmäßigen Ver- teilung des Dehnspaltes wird beginnend an einem Ende der Sprossenabschnitt in seiner gesamten Länge kräftig angedrückt. Hilfreich für diese Arbeit sind Andrückroller,*2] da es damit für den Mitarbeiter wesentlich leichter ist, die erforderliche Anpresskraft aufzubringen. Ob genügend Anpressung erzielt wurde, läßt sich sehr gut durch die Prüfung auf vollflächigen Kontakt der Klebebänder beurteilen, in dem man durch das Glas die Rückseite der Sprosse begutachtet.

3.3

Nach dem Verkleben der Sprossen zu beachten: Die mit Acrylat – Kleber ausgerüsteten PE - Schaum - Klebebänder mit einem Anwendungs- temperaturbereich von – 40° C bis + 80° C bekommen ihre Gebrauchs - Endfestigkeit erst im Verlauf von einigen Stunden, nach dem die Haftung durch den Anpressvorgang aktiviert wurde ( leiches gilt auch für Vollacrylat – Power – Klebebänder . Während dieser Zeit ist es not- wendig, daß die frisch verklebten Sprossen weder Temperaturschwankungen noch schockartiger Stoßbelastung ausgesetzt werden. Als vernünftiger Richtwert (Praxiserfahrung) ist eine Ruhezeit von ca. 12 Std. anzusetzen, bevor die Fensterelemente abtransportiert oder ausgelagert werden. Die vorstehenden Ausführungen entsprechen unserem Kenntnisstand, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind als Hilfestellung für den Verarbeiter gedacht. Aus der vollständigen oder teilweisen Anwendung dieser Hinweise lassen sich keine Rechtsansprüche gegen die Fa. W. STURM GesmbH ableiten.

Letzte Änderung: 05.11.2007